Der Gerbprozess

Farbengang

Der Gerbprozess beginnt im Farbengang, bei dem im Verlauf von etwa vier Wochen eine langsame Angerbung der Blöße stattfindet. Die Faserstruktur der Haut wird geöffnet und auf die spätere Aufnahme der Tanine (Gerbstoffe) vorbereitet. Der Farbengang besteht aus mehreren Gruben, die mit Brühen unterschiedlicher Konzentration gefüllt sind. Die Rahmen mit den Häuten werden täglich von einer Grube des Systems in die nächste umgelagert. Die einzelnen Gruben sind nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren in einem geschlossenen Kreislauf miteinander verbunden.

Versenk

Die zweite Stufe des Angerbens findet im Versenk statt. Ein Versenk ist eine zur Hälfte mit Gerbbrühe gefüllte Grube, in die jeweils eine Schicht Hautmaterial und eine Schicht Lohe abwechselnd eingearbeitet werden. Danach wird das gesamte Material in der Gerbbrühe versenkt. Die Blöße verbleibt hier etwa sechs Wochen; danach wird der Vorgang in einem zweiten Versenk wiederholt. 

Eichenlohe Grubengerbung

Die eigentliche Eichenloh-Grubengerbung ist ein sehr schonender Prozess. Er wird in alten, etwa drei Meter tiefen Eichenholzgruben durchgeführt. Im Verlauf der Gerbung werden die Gerbstoffe der Lohe in die Eiweißstruktur der Haut eingebunden und sorgen für deren Konservierung und Vernetzung. Für die traditionelle Eichenloh-Grubengerbung liefert die Natur die wichtigsten Lohebestandteile, dazu zählen Eichen-, Fichten - und Mimosarinde sowie Valonea-Früchte.